Belohnung mit Leckerlis ?

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Immer wieder werden wir gefragt, ob man den Hund nun lebenslänglich belohnen muss.

Unsere Antwort dazu: JA!!! Es kommt nur darauf an wie!

Zu aller Erst einmal, der Hund tut nichts wenn es sich für ihn nicht lohnt! Der Hund ist ein Opportunist! Wenn wir meinen, der Hund müsse für uns arbeiten, weil wir „ja wir sind“ täuschen wir uns gewaltig. Hunde sind vollständig und aus sich heraus egoistisch. (Buchtipp: Hunde sind anders von Jean Donaldson)

Das heißt nun also, wenn wir vom Hund etwas wollen bzw. im etwas beibringen wollen, müssen wir ihm auch etwas dafür anbieten. Das kann ein verbales Lob, Streicheleinheiten, ein Spielzeug oder eben auch Leckerlis sein. Was für eine Belohnung sie nun nehmen, hängt in erster Linie von ihrem Hund ab.

Manche Hunde mögen keinen Körperkontakt, hier wäre ein überschwängliches streicheln genau das Falsche – wir wollen den Hund ja bestätigen und nicht „bestrafen“. Auch ein gern übertriebenes „Juhhuuu, Feiiiiin, Supppiiiiii – gut gemacht“ ist nicht für jeden Hund das Passende. Viele Hunde können mit einem Spielzeug nichts anfangen, man kann dies in gewissem Maße zwar konditionieren, aber wie immer, hängt auch dies vom jeweiligen Hund ab.

Leckerlis sind auch nicht immer das Allheilmittel, es gibt Hunde (sicher kein Labrador) die Leckerlis liegen lassen. Diese Liste lässt sich noch fast unendlich lange fortführen, DENN JEDER HUND IST ANDERS!

Es ist grundlegend herauszufinden, welche Art der Belohnung für den eigenen Vierbeiner die richtige ist. Und zwar für den Vierbeiner und nicht die angenehmste für den Zweibeiner.

Leckerlis sind eine gute Variante, da die meisten Hunde schlicht und einfach gerne fressen. Es ist ein Leichtes herausfinden, welche Leckerlis für den Hund von hoher oder niederer Qualität/Bedeutung sind, somit kann man wunderbar, die gestellte Aufgabe, ob leicht oder schwer, unterschiedlich und variabel belohnen.

Muss ich nun meinen Hund lebenslang mit Leckerlis voll stopfen?

NEIN, natürlich nicht! Das heißt ja nicht, dass wir dem Hund für alles was er tut ein Leckerli geben müssen, um genau zu sein, wäre genau dies kontraproduktiv. Ziel ist es immer, Belohnungen auch wieder abzubauen. Und dennoch freut sich auch ein erwachsener Hund, der schon „alles kann“ hin und wieder über eine Anerkennung, in welcher Form auch immer.

Oder gehen Sie unentgeltlich für ihren Chef arbeiten, weil er so ein netter und lieber ist?

Zu guter letzt…

Ein Hund lernt durch das bestärken von positivem Verhalten, also belohnen sie jedes von ihnen gewünschte Verhalten und ignorieren sie unerwünschtes! Dazu sollten sie sich zuerst hinterfragen, WAS sie von ihrem Hund wollen und WARUM sie es wollen? Und vielleicht fragen sie sich auch noch – WAS bringt es dem Hund, wenn er „dieses oder jenes“ kann?

Opportun heißt „herangetragen“ (wörtlich), „gelegen“ (figurativ), und bezieht sich auf eine günstige Gelegenheit; der Opportunist geht allerdings viel weiter, er nutzt eine günstige Gelegenheit ohne Rücksicht auf Konsequenzen oder eigene Wertvorstellungen zu seinem Vorteil.