„Der tut nix!“ oder „Das andere Ende der Leine.“

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Wären wir Zweibeiner etwas rücksichtsvoller und aufmerksamer ginge manches leichter.

Könnten wir nicht unsere Hunde, mögen sie auch noch so freundlich und lieb sein, heran rufen oder gar anleinen, wenn uns Spaziergänger, Mamas mit Kinderwagen, Nordic Walker oder Mountainbiker entgegenkommen?

Nicht jede Mama ist entzückt, wenn ihr heranwachsender Sprössling auf Augenhöhe mit einem Hund ist; nicht jeder Mitmensch mag Hunde. Ja manche haben sogar Angst vor unseren heiß geliebten Vierbeinern.

Auch wenn uns Hundehaltern diese Angst komplett unbegründet scheint, nützt unserem angsterfülltem Gegenüber ein schlappes: „Der tut nix …“ – GAR NIX! Wenn wir Angst vor Schlangen oder Spinnen haben, hilft es uns ja auch nicht, wenn jemand sagt: „Ach gehen Sie einfach weiter, die tut nichts“. Ein Unbehagen wird trotzdem bleiben.

Nehmen wir den Hund aber an die Leine, gibt das doch eine kleine Sicherheit und ist nur respektvoll unseren Mitmenschen gegenüber.

Und Hunden gegenüber …?  Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, wenn uns jemand mit angeleintem Hund entgegenkommt, unseren vierbeinigen Begleiter auch an die Leine zu nehmen. Wir wissen nicht ob die Hündin vielleicht läufig ist, ängstlich oder auf Grund schlechter Erfahrungen aggressiv gegenüber anderen Hunden reagiert oder vielleicht gerade eine Operation hatte – es gibt tausend Gründe einen Hund angeleint zu führen. Vielen Hundehalter wäre sehr geholfen, würde man den Seinigen einfach kommentarlos in die eigene Obhut bringen und sich ein: „Ach, die wollen doch bloß spielen!“ zu verkneifen.

Auf Waldwegen sollte das Führen an der Leine sowieso eine Selbstverständlichkeit sein. Ganz einfach aus Respekt vor unseren Wildtieren – in jedem Hund steckt ein kleiner oder gar großer Jäger. Ein rechtzeitiges Anleinen sorgt für Ruhe im Wald. Die Bewohner des Waldes und die Jägerschaft werden es uns danken.

Und Hand aufs Herz, es ist uns doch auch schon passiert, dass unsere Hunde sich freudig, schlabbernd, nichts mehr hörend, von uns wegbewegten, um Jemandem ach so freundlich „Hallo“ zu sagen. Eine höfliche und vor allem ernst gemeinte Entschuldigung glättet viele Wogen und stimmt so Manchen milder.

Zu guter Letzt, an die Hundeliebhaber unter uns. Bitte denken Sie daran – auch wenn Sie Hunde über alles mögen und schon seit Jahrzehnten Hunde haben oder hatten – fragen sie doch bitte zuerst den Halter, ob sein Hund gestreichelt und getätschelt werden darf bzw. möchte. Nicht jeder Hund mag es, auch wenn noch so gut gemeint, von für ihn fremden Menschen angefasst zu werden.

Und all dies nimmt uns und unseren Hunden nicht die Freiheit, sondern wird vielmehr dafür sorgen, dass unser „Partner“ Hund auch in Zukunft ein gern gesehener Gefährte bleibt, dem wir die Kategorisierung „gefährlich“ oder „weniger gefährlich“ durch respekt-, verständnisvolles und fröhliches Miteinander hoffentlich ersparen können.

Martina Wiederin & Luise Lamprecht